Finnland gibt seine Neutralität auf und schließt sich der NATO an. Die Sicherheitsexpertin Minna Alander schildert im Interview die Stimmung im Land und ...
ARD: Ein Blick in die Zukunft: Man konnte die finnische Regierung bisher so verstehen, dass sie keine Nuklearwaffen und auch keine NATO-Basen in Finnland stationieren will. Alander: Der schnellstmögliche Beitritt Schwedens ist natürlich die oberste Priorität für Finnland, jetzt wo Finnland selber NATO-Mitglied ist. Dass bei einer vollwertigen Mitgliedschaft keine Bedingungen gestellt oder Dinge ausgeschlossen werden können, ist etwas, was man in Finnland verstanden hat und wofür man auch in Schweden zunehmend Verständnis entwickelt. Man war sich einig, dass Finnland der NATO nicht beitreten soll. Schweden ist in der gesamten nordbaltischen Region so zentral gelegen, dass es die Verteidigung erschweren würde, wenn Schweden langfristig kein NATO-Mitglied werden würde. Darüber hinaus hat Finnland eine der größten Artillerien in Europa und insgesamt sehr modern ausgestattete Truppen. Höchstwahrscheinlich hat das Verhalten der Türkei aber gar nichts mit Schweden zu tun. Die war in der NATO-Frage allerdings bis zum Ukraine-Krieg genau umgekehrt. ARD: In Finnland herrscht über alle Parteigrenzen hinweg Konsens über die NATO-Frage, trotz eines konservativen Präsidenten, einer sozialdemokratischen Ministerpräsidentin und eines grünen Außenministers. Das lag daran, dass in Finnland schon viel früher feststand, dass man tatsächlich einen NATO-Beitritt anstreben will. Finnland gibt seine Neutralität auf und schließt sich der NATO an. Minna Alander: Mit diesem Tag endet für Finnland eine sehr lange Ära der Bündnisfreiheit - so heißt es zumindest in offiziellen Regierungsberichten.
Finnlands NATO-Beitritt: Russland will Militärpräsenz an Nato-Grenze erhöhen, Finnland plant einen Grenzzaun.
[Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine](https://www.fr.de/politik/ukraine-krieg-hintergruende-geschichte-russland-putin-selenskyj-invasion-angriff-kiew-moskau-91400563.html) längst eine neue Lebensrealität mit sich gebracht. Im [russischen Staats-TV herrscht Uneinigkeit über Finnlands Nato-Beitritt](https://www.fr.de/politik/soll-finnland-befreien-drohung-im-staats-tv-wegen-nato-beitritt-putin-92187715.html). (kat/dpa/AFP) [ Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag bekannt gegeben](https://www.fr.de/politik/news-nato-finnland-russland-ukraine-aktuell-stoltenberg-mitglied-bruessel-zr-92189736.html). [Wladimir Putin](https://www.fr.de/politik/wladimir-putin-praesident-russland-staatschef-politik-kreml-moskau-90574051.html) dürfte auf Finnlands Nato-Beitritt reagieren: „Wir werden unsere militärischen Kapazitäten im Westen und Nordwesten verstärken“, sagte Vize-Außenminister Alexander Gruschko am Montag laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti aus dem Kreml. April) wird Finnland der NATO beitreten – dies hatte
Finnland als "Nato-Puffer gegen Russland": Finnlands ehemaliger Ministerpräsident Alexander Stubb im Interview.
Die Nato hat jetzt eine zusätzliche Grenze von 1.340 Kilometern mit [Russland](/nachrichten/politik/nato-treffen-finnland-beitritt-stoltenberg-ukraine-krieg-russland-100.html) und ein sehr starkes zusätzliches Militärsystem. Schweden ist nur noch einen Hauch von der Nato-Mitgliedschaft entfernt, da bin ich zu 99,9 Prozent sicher. Wir führen gemeinsame militärische Übungen durch und koordinieren schon lange unsere militärischen Kräfte zu Wasser und zu Land. Stubb: Ich bin sehr sicher, dass die Ratifizierung kommen wird. Stubb: Wir bringen einen sehr großen Mehrwert für die Sicherheit. Als "einen Nato-Puffer gegen Russland" versteht Finnlands ehemaliger Ministerpräsident Alexander Stubb die neue Rolle seines Landes.
Finnland wurde am 4. April 2023 als 31. Mitglied in die Nato aufgenommen. Was bedeutet der Beitritt und wie hat Russland reagiert?
Statt zuvor 1215 Kilometer sind es [jetzt 2555 Kilometer](https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/nato-grenze-zu-russland-2023-nato-laender-laenge-orte-id66077446.html). Die [Größe der finnischen Streitkräfte](https://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/finnland-armee-staerke-wie-viele-soldaten-hat-finnland-id62658716.html) wird vom IISS mit 19.000 Männern und Frauen angegeben. "Die Erweiterung der Nato ist ein Angriff auf unsere Sicherheit und die nationalen Interessen Russlands", sagte demnach Kremlsprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge am Dienstag. [Deutschland](https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/deutschland-fuehrt-schnelle-eingreiftruppe-der-nato-bedeutung-id65052511.html) sowie etlichen weitere Nato-Länder derzeit nicht erreichen. Die Nato wolle Russland nicht einkreisen und selbst mit rund 2555 Kilometern sei die gemeinsame Grenze im Vergleich zu der über 20.000 Kilometer langen russischen Landesgrenze relativ klein. [neuestes Mitglied der Nato](https://www.augsburger-allgemeine.de/newsticker/fragen-antworten-historischer-schritt-finnland-tritt-der-nato-bei-id66065766.html) treffen diese Punkte nun auch auf Finnland zu. Die Nato habe ihre Präsenz mit der Bündniserweiterung ausgeweitet. [Nato](/organisationen/nato) nicht mehr nur aus 30, sondern [31 Mitgliedern](https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/nato-mitglieder-2023-liste-und-anzahl-der-nato-laender-05-04-id61879536.html). Wie hat [Russland](/orte/russland) auf den Beitritt reagiert und womit ist zu rechnen? Für die anderen Bündnisstaaten bedeutet der Beitritt aber laut tagesschau.de in erster Linie, dass die Beistandspflicht auf Finnland ausgeweitet wird. April 2023, genau 74 Jahre nach der Gründung der Nato, ist [Finnland dem Militärbündnis offiziell beigetreten](https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/finnland-ist-jetzt-mitglied-der-nato-id66071411.html). Das Militärbündnis verknüpfe seit mehr als 70 Jahren Europas und Nordamerikas Sicherheit und es stehe für gemeinsame Sicherheit und Verteidigung, gemeinsame Operationen und für die internationale Kooperation mit Partnern.
Es war 15.49 Uhr, als zwei finnische Offiziere am Dienstag die Flagge ihres Landes vor dem NATO-Hauptquartier in die Höhe zogen. Der Gummiring, der das Tuch am ...
Alle anderen Gäste hörten, wie ein Musikkorps die finnische Nationalhymne spielte, und sie sahen zu, wie sich die finnische Flagge vor strahlend blauem Himmel zwischen Estland und Frankreich im Kreis der Alliierten einreihte. Es war 15.49 Uhr, als zwei finnische Offiziere am Dienstag die Flagge ihres Landes vor dem NATO-Hauptquartier in die Höhe zogen. Die Ukraine muss dagegen noch warten.